Steueränderungen 2013

Jedes Jahr –so auch für 2013 – nimmt der Gesetzgeber mit dem Jahressteuergesetz Änderungen vor. Das Kabinett hat den Entwurf des Jahressteuergesetzes (JStG 2013) beschlossen. Er umfasst 156 Seiten mit mehr als 200 steuerrechtlichen Änderungen. Je früher Sie erfahren, was geplant ist, desto eher können Sie reagieren und evtl. Steuervorteile sichern.

 

Das Gesetz soll nach Plan am 1.1.2013 in Kraft treten, muss aber erst noch Bundestag und und Bundesrat passieren.

Im Folgenden ein Überblick die für Sie wichtigsten Neuerungen:

 

Geplante Veränderungen:

Die geplanten Einzelmaßnahmen im JStG 2013 haben wenig miteinander zu tun und bedürfen einer gewissen Ordnung.

Der Steuertarif soll schrittweise angepasst und so die „kalte Progression“ abgebaut werden. Hierunter sind ungewollte Steuermehrbelastungen zu verstehen. Ob der Steuertarif tatsächlich verbessert wird, ist allerdings noch offen. Die Bundesregierung hat deswegen den Vermittlungsausschuss angerufen.

 

Änderungen im Bereich der Einkommensteuer:

- Elektronisches Lohnsteuerabzugsverfahren: Endlich soll die bisherige Lohnsteuerkarte „auf Pappe“ durch die Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale (ELStAM) ersetzt werden.

- Geringfügige Beschäftigung: Die Regierungskoalition will im Laufe des Jahres 2013 die bis dato abgabenfreie geringfügige Beschäftigung (Minijob) von 400 Euro auf 450 Euro erhöhen. Künftig sollen alle Minijobs grundsätzlich rentenversicherungspflichtig sein.

- Pflegeversicherung: Die pflegenden Angehörigen von Demenzkranken sollen verbesserte Leistungen von der Pflegekasse erhalten. Außerdem ist zur Verbreitung der privaten Pflegezusatzversicherung ein staatlicher Zuschuss geplant.

- Freibetrag: Für Arbeitnehmer könnte das Lohnsteuereinzugsverfahren auf Antrag auf zwei Kalenderjahre verlängert werden. Ein Antrag auf Lohnsteuerermäßigung muss dann nicht mehr jährlich beim Finanzamt gestellt werden.

- Steuerveranlagung für Eheleute: Die Veranlagungsformen für Eheleute werden neu geregelt. Das Besteuerungsverfahren soll dadurch weniger komplex werden, dass Die Veranlagungsformen reduziert werden und Einzelveranlagung eingeführt wird. Die getrennte Veranlagung soll entfallen.

 

Änderungen im Bereich der Umsatzsteuer:

- Rechnungserstellung: Rechnungen sind künftig um Hinweise auf Gutschriften oder Sonderregelungen für bestimmte Bereiche ( z.B. Reisebüros, Kunstgegenstände, Antiquitäten) ergänzt werden.

- Aus- und Fortbildung: Die Umsatzsteuerbefreiung für Bildungsleistungen soll neu gefasst werden. Danach sollen reine Bildungsleistungen steuerfrei bleiben, Leistungen zur reinen Freizeitgestaltung sollen nun steuerpflichtig werden.

 

Änderungen im Bereich der Erbschaftsteuer:

Der Gesetzgeber will künftig mehr Steuereinnahmen erzielen. Deshalb soll mit der beliebten Methode, zum Zwecke der Steuerersparnis Privat- in Betriebsvermögen umzuwandeln, Schluss sein.

 

Änderungen im Bereich der Körperschaftsteuer:

In der Diskussion ist bei Kapitalgesellschaften eine Senkung von bisher 25% auf künftig 19%. Aktionären winkt dann eine höhere Dividende.

 

Änderungen bei der Abgabenordnung:

Mit einer Neuregelung des §97 der Abgabenordnung plant der Gesetzgeber, die Rechte der Steuerzahler einzuschränken. Ohne ein vorheriges Auskunftsersuchen abzuwarten, können Finanzbehörden nunmehr direkt die Vorlage von Unterlagen verlangen.

 

Änderungen bei den Aufbewahrungsfristen:

Ab 2013 soll eine Aufbewahrungsfrist von acht statt zehn Jahren gelten. Auch im Handelsrecht werden die Aufbewahrungsfristen für Buchungsbelege entsprechend gekürzt. Allerdings könnte der Bundesrat hier noch zum Spielverderber werden.

 

Änderungen bei Nebentätigkeiten:

Wer sich nebenberuflich engagiert – etwa im Sportverein, im sozialen Bereich oder als Ausbilder – bei dem bleiben Einnahmen aus dieser Nebentätigkeit bis zu 2.100 Euro im Jahr steuerfrei. Je nach Amt können es aber auch nur 500 Euro sein.

 

Verbesserungen bei der Rente:

Die Bundesregierung plant mehrere Verbesserungen bei der Altersversorgung, um im Alter Bedürftigkeit soweit als möglich zu vermeiden. In der Planung sind die neue Kombirente, eine neue Zuschussrente, freiwillige Zusatzbeiträge, Verbesserungen bei der Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrente sowie bei der Riester-Rente und eine Altersvorsorgepflicht für Selbständige.

 

Schlussbemerkung:

Noch ist der Gesetzgebungsprozess im vollen Gang. Die Beratungen befinden sich aber im Endstadium. Es ist damit zu rechnen, dass das Steueränderungsgesetz bei den Beratungen im Bundestag und Bundesrat noch einige Änderungen erfährt, im Wesentlichen aber wie von der Bundesregierung vorgeschlagen verabschiedet wird.

 

Ratgeber | Klaus Linke – 22. Oktober 2012





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